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Pink Floyd: Die Band, die aus Musik eine andere Welt machte

DiddaDidda Geschrieben vor 4 Tagen
Pink Floyd: Die Band, die aus Musik eine andere Welt machte

Vom psychedelischen London der 1960er über „The Dark Side of the Moon“ bis zum bitteren Streit – die Geschichte einer der einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

London, 1965. Vier junge Männer treffen sich in einer Stadt, in der gerade eine musikalische Revolution beginnt. Sie heißen Roger „Syd“ Barrett, Roger Waters, Richard Wright und Nick Mason. Noch ahnt niemand, dass aus dieser zunächst eher experimentellen Gruppe einmal eine der erfolgreichsten und rätselhaftesten Bands der Musikgeschichte werden wird.

Pink Floyd werden später mehr als 250 Millionen Alben verkaufen. Sie erschaffen mit The Dark Side of the Moon, Wish You Were Here, Animals und The Wall einige der berühmtesten Rockalben überhaupt. Ihre Konzerte werden zu gigantischen Multimedia-Spektakeln. Und doch wird ihre Geschichte nicht nur von Musik handeln, sondern auch von Freundschaft, Entfremdung, psychischen Krisen, Größenwahn, Streit – und von einem Mann, der die Band früh verlassen muss und trotzdem für immer ihr Schatten bleibt.

Dieser Mann heißt Syd Barrett.


Der Anfang: Vier Studenten und eine verrückte Idee

Die Wurzeln von Pink Floyd liegen in Cambridge. Barrett, Waters und der spätere Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour kennen sich aus ihrer Jugend. Waters und Mason studieren später Architektur in London; Richard Wright beschäftigt sich ebenfalls mit Architektur und Musik. 1965 entsteht schließlich die Band, zunächst unter verschiedenen Namen.

Dann hat Syd Barrett eine Idee.

Der Name „Pink Floyd“ ist eine spontane Kombination aus den Vornamen zweier Bluesmusiker: Pink Anderson und Floyd Council.

Die Musik, die die jungen Briten spielen, hat mit dem späteren Stadionrock zunächst wenig zu tun. Sie ist psychedelisch, experimentell und manchmal geradezu außerirdisch. Im Londoner Underground werden Pink Floyd mit langen Improvisationen, Lichtprojektionen und ungewöhnlichen Klängen schnell zu einer Attraktion.

Barrett ist dabei die treibende Kraft.

Er schreibt die frühen Songs, singt, spielt Gitarre und entwickelt eine ganz eigene Welt aus absurden Geschichten, Kinderreimen, Science-Fiction und surrealen Bildern.

1967 erscheint das Debütalbum „The Piper at the Gates of Dawn“.

Es ist vor allem Barretts Album.

Songs wie „Astronomy Domine“, „Interstellar Overdrive“ und „Bike“ zeigen eine Band, die sich weigert, nach den Regeln des damaligen Popgeschäfts zu spielen. Mit „Arnold Layne“ und „See Emily Play“ landen Pink Floyd sogar frühe britische Single-Hits.

Doch während Pink Floyd aufsteigen, beginnt ihr größtes Problem bereits im Inneren der Band zu wachsen.

Syd Barrett: Das Genie, das verschwand

Barretts zunehmender Drogenkonsum und seine psychische Instabilität verändern ihn. Auf der Bühne steht zunehmend ein Mann, der nicht mehr zuverlässig der Syd Barrett ist, den seine Bandkollegen kennen.

Die Situation wird schließlich so schwierig, dass die übrigen Musiker kaum noch mit ihm arbeiten können.

1967 holen Pink Floyd David Gilmour dazu – zunächst offenbar als zusätzliche Unterstützung. Wenig später ist Barrett nicht mehr Teil der Band.

Eine der berühmtesten Geschichten der Rockmusik spielt sich in dieser Übergangszeit ab: Die übrigen Mitglieder fahren eines Tages zu einem Auftritt – und beschließen unterwegs, Syd Barrett einfach nicht mehr abzuholen.

Ob die Geschichte in allen Einzelheiten genauso passiert ist, ist bis heute Gegenstand von Erinnerungen und Legenden. Sicher ist jedoch: Barretts Zeit bei Pink Floyd war vorbei.

Er war kaum drei Jahre lang das Zentrum der Band gewesen.

Und trotzdem sollte sein Geist Pink Floyd für Jahrzehnte begleiten.

Aus dem Verlust entsteht eine neue Band

Nach Barretts Ausstieg verändert sich Pink Floyd grundlegend.

Roger Waters übernimmt zunehmend die Rolle des Songwriters. Richard Wright entwickelt einen unverwechselbaren Klang an den Keyboards, Nick Mason bleibt das rhythmische Rückgrat. Und David Gilmour bringt jene Gitarrenstimme mit, die später zu einem Markenzeichen der Band werden sollte.

Die frühen Jahre bleiben experimentell. Pink Floyd schreiben Filmmusik, veröffentlichen Alben wie A Saucerful of Secrets, More, Ummagumma und Atom Heart Mother.

Der große Durchbruch kommt jedoch erst 1971.

„Meddle“ erscheint.

Darauf befindet sich ein Stück, das zunächst kaum nach einem Hit klingt: „Echoes“ – über 20 Minuten lang.

Es ist ein Vorgeschmack auf das, was Pink Floyd bald perfektionieren werden: Musik, die nicht einfach aus Strophe, Refrain und Gitarrensolo besteht, sondern eine Atmosphäre erschafft.

1973: Die dunkle Seite des Mondes

Dann kommt das Album, das Pink Floyd unsterblich macht.

„The Dark Side of the Moon“.

Das Album beschäftigt sich mit Themen wie Zeit, Geld, Tod, Wahnsinn, Gier und menschlicher Entfremdung. Es ist musikalisch präzise produziert und gleichzeitig ungewöhnlich atmosphärisch.

Der Opener „Speak to Me/Breathe“ geht in „On the Run“ über. Eine Uhr tickt. Stimmen tauchen auf. Kassen registrieren Geldscheine. Herzschläge werden hörbar.

Und dann kommt „Money“.

Der ungewöhnliche 7/4-Takt des Songs, das markante Saxofon und das Geräusch von Münzen und Kassen machen ihn zu einem der bekanntesten Pink-Floyd-Stücke.

Doch das vielleicht berühmteste Stück des Albums ist „Time“.

Und dann ist da noch „The Great Gig in the Sky“, getragen von Richard Wrights Klavier und dem legendären, wortlosen Gesang von Clare Torry.

The Dark Side of the Moon wird zu einem weltweiten Phänomen und bleibt über Jahre hinweg in den Albumcharts.

Pink Floyd sind nun keine Kultband mehr.

Sie sind eine Institution.

Die Sache mit Syd Barrett

1975 erscheint „Wish You Were Here“.

Und wieder ist Syd Barrett da – obwohl er längst nicht mehr Mitglied der Band ist.

Das Album enthält „Shine On You Crazy Diamond“, ein monumentales Stück, das Barrett gewidmet ist.

Die Geschichte dahinter gehört zu den berühmtesten Pink-Floyd-Anekdoten.

Während der Aufnahmen im Studio taucht eines Tages ein kahl rasierter, deutlich schwerer Mann auf. Die Bandmitglieder erkennen ihn zunächst kaum.

Es ist Syd Barrett.

Er steht im Studio, während Pink Floyd an Shine On You Crazy Diamond arbeiten – einem Stück, das unter anderem von ihm handelt.

David Gilmour soll ihn erst nach einiger Zeit erkannt haben.

Barrett ist inzwischen ein anderer Mensch.

Er wird schließlich wieder nach Cambridge zurückkehren und dort weitgehend zurückgezogen leben. 2006 stirbt er im Alter von 60 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Der Mann, der Pink Floyd gegründet hatte, war damit endgültig aus der Geschichte verschwunden.

Aber nicht aus ihrer Musik.

„Wish You Were Here“ – ein Album über Abwesenheit

Neben dem Titelsong gehört „Shine On You Crazy Diamond“ zu den größten Pink-Floyd-Werken.

Doch auch „Welcome to the Machine“ und „Have a Cigar“ werden Klassiker.

Das Album handelt von Entfremdung – und von der Musikindustrie selbst.

Pink Floyd haben mittlerweile erfahren, was es bedeutet, berühmt zu sein. Und sie sind nicht immer glücklich damit.

Der Titel „Wish You Were Here“ bekommt dadurch eine doppelte Bedeutung: Er richtet sich an Syd Barrett, aber ebenso an eine Band, die sich selbst immer weiter voneinander entfernt.

1977: „Animals“ und die wütende Seite der Band

Mit „Animals“ wird Pink Floyd politischer.

Das Album ist düster, bitter und von George Orwells Animal Farm inspiriert. Menschen werden zu Schweinen, Hunden und Schafen – eine Gesellschaft voller Macht, Gier und Unterordnung.

Über allem steht das riesige aufblasbare Schwein.

Und das sorgt für eine der berühmtesten Pink-Floyd-Geschichten.

Während eines Fotoshootings für das Albumcover schwebt ein gigantisches Schwein zwischen den Schornsteinen des Londoner Battersea Power Station.

Das Problem: Das Schwein ist nicht ausreichend gesichert.

Es löst sich.

Und fliegt davon.

Die britische Luftfahrt wird alarmiert, Piloten werden gewarnt.

Pink Floyd haben es tatsächlich geschafft, mit einem aufblasbaren Schwein den Flugverkehr zu beschäftigen.

Das Schwein wird später zu einem festen Bestandteil ihrer Bühnenshows.

1979: „The Wall“ – aus Musik wird Theater

Roger Waters wird immer stärker zur dominierenden kreativen Kraft der Band.

Seine Ideen werden persönlicher.

Dann entsteht „The Wall“.

Es geht um einen Musiker namens Pink, dessen Leben durch Krieg, Verlust, Einsamkeit, Ruhm und emotionale Isolation geprägt wird.

Das zentrale Bild ist eine Mauer.

Jedes Trauma fügt einen weiteren Stein hinzu.

Musikalisch wird das Album zu einem gigantischen Erfolg.

„Another Brick in the Wall (Part 2)“ wird zum Welthit.

Der Satz „We don't need no education“ wird zu einem der bekanntesten Refrains der Rockgeschichte.

Doch The Wall ist weit mehr als ein Album.

Es wird zu einer Bühnenshow mit einer tatsächlich auf der Bühne errichteten Mauer, gigantischen Puppen, Projektionen und spektakulären Effekten.

Pink Floyd verwandeln Rockmusik endgültig in eine visuelle Kunstform.

Und dann zerbricht die Band

Ironischerweise erzählt The Wall von Isolation – während sich auch die Bandmitglieder immer weiter voneinander entfernen.

Besonders zwischen Roger Waters und Richard Wright verschärfen sich die Spannungen.

Wright verlässt die Band während der Arbeiten an The Wall und wird für die Tour als Musiker engagiert. Er wird damit ironischerweise der einzige Pink-Floyd-Musiker, der mit der Tournee Geld verdient, während die anderen unter den enormen Kosten der Produktion leiden.

1983 erscheint „The Final Cut“.

Es ist praktisch Roger Waters' Album – sehr persönlich und geprägt vom Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg und vom Falklandkrieg.

Pink Floyd wirken zunehmend wie eine Band, die nur noch auf dem Papier existiert.

1985: Roger Waters geht

Dann kommt der Bruch.

Roger Waters verlässt Pink Floyd und erklärt die Band im Grunde für beendet.

Doch David Gilmour und Nick Mason sehen das anders.

Sie machen weiter.

Was folgt, ist einer der großen Rechts- und Machtkämpfe der Rockgeschichte: Wer darf Pink Floyd sein?

Waters hält die Band ohne ihn für nicht mehr lebensfähig. Gilmour und Mason machen dagegen weiter.

1987 erscheint „A Momentary Lapse of Reason“.

Pink Floyd existieren tatsächlich ohne Roger Waters.

Und sie sind weiterhin erfolgreich.

Die anschließende Tour wird gigantisch: Über vier Jahre spielen Pink Floyd rund 200 Konzerte vor etwa 5,5 Millionen Menschen. Sogar in Venedig treten sie auf einer schwimmenden Bühne auf.

Der Streit um den Namen wird schließlich beigelegt.

Waters behält die Rechte an bestimmten Konzepten und Werken – Pink Floyd aber machen weiter.

1994: „The Division Bell“

1994 erscheint das letzte große Pink-Floyd-Studioalbum des 20. Jahrhunderts:

„The Division Bell“.

David Gilmours Stimme und Gitarrenspiel stehen wieder stärker im Mittelpunkt.

Der Song „High Hopes“ wird zum späten Klassiker.

Es ist ein Album über Kommunikation und das Scheitern daran – ein bemerkenswert passendes Thema für eine Band, deren Mitglieder sich über Jahre kaum noch verständigen konnten.

Danach wird es ruhig.

Pink Floyd spielen nicht mehr regelmäßig gemeinsam.

2005: Der Moment, auf den niemand mehr gehofft hatte

Dann passiert etwas, das viele Fans für unmöglich gehalten hatten.

Live 8 in London.

Roger Waters, David Gilmour, Richard Wright und Nick Mason stehen wieder gemeinsam auf einer Bühne.

Die ursprüngliche klassische Besetzung spielt:

  • „Breathe“
  • „Money“
  • „Wish You Were Here“
  • „Comfortably Numb“

Es ist der einzige große gemeinsame Pink-Floyd-Auftritt dieser Viererbesetzung seit den 1980er-Jahren.

Für einen Moment ist der alte Streit vergessen.

Die vier Männer stehen gemeinsam auf der Bühne.

Das Publikum weiß: Das wird wahrscheinlich nie wieder passieren.

Und genau so kommt es.

Was wurde aus den Mitgliedern?

Syd Barrett – der verschwundene Visionär

Syd Barrett bleibt die geheimnisvollste Figur der Pink-Floyd-Geschichte.

Nach seinem Ausscheiden veröffentlicht er zwei Soloalben, zieht sich anschließend weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und lebt in Cambridge.

Er malt, beschäftigt sich mit Kunst und führt ein zurückgezogenes Leben.

Am 7. Juli 2006 stirbt er im Alter von 60 Jahren.

Für Pink Floyd bleibt er der „verrückte Diamant“ – der Mann, mit dem alles begann.

Richard Wright – der stille Architekt des Pink-Floyd-Sounds

Richard „Rick“ Wright war vielleicht das unterschätzteste Mitglied der Band.

Er schrieb zwar weniger Songs als Waters, aber seine Keyboards prägten den Klang von Pink Floyd entscheidend.

Seine Beiträge zu „The Great Gig in the Sky“, „Us and Them“, „Shine On You Crazy Diamond“ und vielen anderen Stücken sind unverwechselbar.

Wright veröffentlichte auch Soloalben und kehrte nach dem Streit mit Waters schließlich wieder zu Pink Floyd zurück.

2005 stand er bei Live 8 noch einmal mit seinen alten Kollegen auf der Bühne.

Drei Jahre später, am 15. September 2008, starb Wright im Alter von 65 Jahren an Krebs.

Nick Mason – der Mann, der immer blieb

Nick Mason ist der einzige Musiker, der auf jedem Pink-Floyd-Album mitgewirkt hat.

Während Waters und Gilmour um die kreative Führung stritten, blieb Mason erstaunlich oft derjenige, der zwischen den Fronten stand.

Nach Pink Floyd widmete er sich unter anderem seiner Leidenschaft für historische Sportwagen und gründete später Nick Mason's Saucerful of Secrets, mit der er frühe Pink-Floyd-Musik wieder auf die Bühne brachte.

Mason ist damit bis heute einer der wichtigsten Bewahrer des frühen Pink-Floyd-Erbes.

Roger Waters – der politische Kopf

Roger Waters wurde nach Barretts Ausscheiden zum wichtigsten Texter und Konzeptdenker der Band.

The Dark Side of the Moon, Wish You Were Here, Animals und vor allem The Wall tragen stark seine Handschrift.

Nach seinem Ausstieg startete Waters eine erfolgreiche Solokarriere und brachte seine großen Pink-Floyd-Werke weiterhin auf die Bühne.

Seine spektakulären The Wall- und späteren Soloshows gehören zu den größten Rockproduktionen überhaupt.

Eine Pink-Floyd-Reunion hält Waters allerdings inzwischen für unwahrscheinlich; 2024 erklärte er, dass er keinen Grund für eine erneute Zusammenarbeit mit Gilmour und Mason sehe.

David Gilmour – die Stimme und die Gitarre

David Gilmour wurde zunächst als Ersatz für Syd Barrett geholt.

Ironischerweise sollte ausgerechnet er später zum Gesicht von Pink Floyd werden.

Sein Gitarrenspiel – langsam, singend, melancholisch und oft mit lang gehaltenen Tönen – ist auf Stücken wie „Comfortably Numb“, „Time“, „Money“ und „Shine On You Crazy Diamond“ unverwechselbar.

Nach Pink Floyd veröffentlichte Gilmour mehrere Soloalben. 2024 erschien „Luck and Strange“, das er mit seiner Familie und langjährigen musikalischen Weggefährten aufnahm.

2026 feierte Gilmour seinen 80. Geburtstag.

Die größten Pink-Floyd-Hits

Wer Pink Floyd kennenlernen möchte, kommt an diesen Stücken kaum vorbei:

„Another Brick in the Wall (Part 2)“ – der Welthit von The Wall

„Comfortably Numb“ – Gilmours legendäres Gitarrensolo und einer der berühmtesten Pink-Floyd-Songs überhaupt

„Wish You Were Here“ – die melancholische Hommage an Syd Barrett

„Money“ – der ungewöhnliche Rhythmus und das berühmte Saxofon

„Time“ – über das Vergehen des Lebens

„Us and Them“ – atmosphärisch und nachdenklich

„Shine On You Crazy Diamond“ – das fast 26-minütige Monument für Syd Barrett

„Hey You“ – eine der emotionalsten Nummern von The Wall

„High Hopes“ – der große späte Song von The Division Bell

„Echoes“ – über 20 Minuten Pink Floyd in ihrer experimentellsten Form

Und dann gibt es noch Stücke wie „Breathe“, „Brain Damage“, „The Great Gig in the Sky“, „Us and Them“, „Dogs“ und „Fearless“, die zeigen, dass Pink Floyd niemals nur eine Hitband waren.

Die letzte Überraschung

Eigentlich schien die Geschichte endgültig vorbei.

Dann kam 2022 noch einmal neue Musik.

David Gilmour und Nick Mason veröffentlichten als Pink Floyd „Hey, Hey, Rise Up!“, einen Song zur Unterstützung der Ukraine. Zu hören ist die Stimme des ukrainischen Sängers Andrij Chlywnjuk; die Aufnahme entstand kurz nach Beginn der russischen Invasion.

Es war die erste neue Pink-Floyd-Musik seit The Division Bell von 1994.

Und vielleicht ist genau das ein passender Schlusspunkt für die Geschichte dieser Band.

Denn Pink Floyd war nie einfach nur eine Gruppe von vier Musikern.

Es war ein Zusammenspiel von Persönlichkeiten, die sich zeitweise gegenseitig beflügelten – und später kaum noch miteinander auskamen.

Barrett gab der Band ihre Fantasie.

Waters gab ihr ihre Wut und ihre Geschichten.

Wright gab ihr Tiefe und Atmosphäre.

Mason gab ihr Stabilität.

Und Gilmour gab ihr eine Stimme, die selbst Jahrzehnte später noch klingt, als käme sie aus einer anderen Welt.

Eine Band, die eigentlich aus vier Geschichten besteht

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis von Pink Floyd.

Die Band begann mit einem jungen Mann, der von einer psychedelischen Zukunft träumte. Sie wurde durch seinen Zusammenbruch zu etwas anderem. Sie erlebte ihren größten Erfolg, während ihre Mitglieder sich zunehmend voneinander entfernten. Sie zerbrach beinahe an einem persönlichen Machtkampf – und kehrte dennoch für einen einzigen Abend gemeinsam auf die Bühne zurück.

Pink Floyd sind deshalb mehr als „Dark Side of the Moon“, mehr als „The Wall“ und mehr als „Wish You Were Here“.

Ihre Geschichte handelt von Freundschaft und Verlust, von Kunst und Kommerz, von Ruhm und Einsamkeit.

Und vielleicht ist das der Grund, warum die Musik bis heute funktioniert.

Wenn bei „Comfortably Numb“ Gilmours Gitarre einsetzt, wenn die Uhren von „Time“ losgehen oder die ersten vier Töne von „Shine On You Crazy Diamond“ erklingen, ist plötzlich wieder jene Welt da, die Pink Floyd einst erschaffen haben.

Eine Welt, in der ein aufblasbares Schwein über London davonfliegen kann.

Eine Welt, in der eine Mauer mitten auf einer Bühne wächst.

Eine Welt, in der ein verschwundener Musiker Jahrzehnte später noch immer im Zentrum eines Albums steht.

Und eine Welt, in der vier junge Männer aus Cambridge eine Band gründeten, die irgendwann größer wurde als sie selbst.

Pink Floyd.

Eine Band, die aufhörte zu existieren – und trotzdem niemals wirklich verschwand.


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