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Halloween

Halloween
Ende Oktober verändert sich das Straßenbild. Vor Haustüren stehen plötzlich Kürbisse mit leuchtenden Gesichtern, in den Geschäften hängen Spinnweben aus Kunststoff und zwischen Süßigkeiten finden sich Skelette, Hexen und Gespenster. Am Abend des 31. Oktober ziehen verkleidete Kinder durch die Straßen und klingeln mit einem ziemlich eindeutigen Anliegen: „Süßes oder Saures!“ (Bild: KI-generierte Illustration)


Dabei war Halloween in Deutschland lange Zeit kaum ein Thema. Wer vor einigen Jahrzehnten hier aufgewachsen ist, kannte den Brauch vielleicht aus amerikanischen Filmen und Serien. Heute gehört Halloween auch bei uns fest zum Oktober. Doch woher kommt das Fest eigentlich – und warum wurde es plötzlich so beliebt?

Die Geschichte beginnt nicht in Amerika

Halloween wird häufig für eine amerikanische Erfindung gehalten. Seine Wurzeln reichen jedoch deutlich weiter zurück.

Oft wird dabei auf das keltische Fest Samhain verwiesen, das den Übergang zur dunklen Jahreszeit markierte. Später vermischten sich unterschiedliche Bräuche mit christlichen Traditionen rund um Allerheiligen. Der Name Halloween entwickelte sich aus „All Hallows’ Eve“, also dem Abend vor Allerheiligen.

Irische Einwanderer brachten entsprechende Traditionen im 19. Jahrhundert nach Nordamerika. Dort entwickelte sich daraus nach und nach das Halloween, das wir heute kennen.

Der Kürbis gehört inzwischen einfach dazu

Das bekannteste Symbol ist vermutlich der ausgehöhlte Kürbis.

Auch dahinter steckt eine ältere Tradition. In Irland wurden ursprünglich unter anderem Rüben ausgehöhlt und mit gruseligen Gesichtern versehen. In Nordamerika bot sich dafür der dort weit verbreitete Kürbis an.

Und seien wir ehrlich: Ein großer Kürbis lässt sich vermutlich auch angenehmer bearbeiten als eine Rübe.

Zumindest so lange, bis man versucht, mit einem Küchenmesser besonders kunstvolle Zähne hineinzuschneiden.

Süßes oder Saures

Für Kinder dürfte der interessanteste Teil von Halloween weniger die Geschichte des Festes sein.

Es geht um Süßigkeiten.

Verkleidet ziehen sie am Abend von Haus zu Haus und hoffen auf möglichst gut gefüllte Schüsseln hinter den Haustüren. Das Prinzip ist einfach: Wer etwas Süßes herausgibt, bleibt von einem kleinen Streich verschont.

In Deutschland hat sich „Süßes oder Saures“ vor allem seit den 1990er-Jahren stärker verbreitet.

Inzwischen wissen viele Hausbewohner am 31. Oktober, dass eine Packung Süßigkeiten im Vorrat durchaus sinnvoll sein könnte.

Verkleiden ausdrücklich erwünscht

Anders als beim Karneval darf es an Halloween möglichst gruselig werden.

Hexen, Vampire, Zombies und Gespenster gehören zu den Klassikern. Dazu kommen Figuren aus Filmen, Serien oder Computerspielen.

Auch bei Erwachsenen ist Halloween längst angekommen. Clubs veranstalten Partys, Freizeitparks bieten Gruselnächte an und manche Menschen verwandeln Haus und Garten mit erstaunlichem Aufwand in kleine Geisterbahnen.

Ein weißes Bettlaken mit zwei ausgeschnittenen Löchern reicht offenbar nicht mehr überall.

Auch Filme gehören dazu

Halloween funktioniert hervorragend auf dem Sofa.

Horrorfilme haben Ende Oktober Hochsaison. Dabei muss es nicht immer der härteste Gruselfilm sein. Auch Klassiker, Mysteryfilme oder familienfreundliche Geschichten passen zur Atmosphäre.

Draußen ist es dunkel, vielleicht regnet es und im Wohnzimmer steht ein beleuchteter Kürbis.

Bessere Bedingungen für einen Filmabend lassen sich kaum bestellen.

Wer sich nicht gerne gruselt, darf natürlich trotzdem mitmachen.

Man kann schließlich auch Popcorn essen, ohne dabei einen Serienkiller auf dem Bildschirm zu benötigen.

Aus einem fremden Brauch wurde ein fester Termin

Dass Halloween inzwischen auch in Deutschland so präsent ist, hat viele Gründe. Amerikanische Filme und Serien haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen. Auch Handel, Gastronomie und Veranstalter entdeckten das Thema für sich.

Doch vielleicht funktioniert Halloween hier inzwischen auch deshalb so gut, weil der Zeitpunkt passt.

Der Sommer ist vorbei, die Abende sind dunkel und Weihnachten noch ein Stück entfernt. Da kommt ein Abend mit Kürbissen, Verkleidungen und ein bisschen Grusel gerade recht.

Fazit: Ein bisschen Gruseln darf sein

Man muss Halloween nicht feiern. Niemand ist verpflichtet, sein Wohnzimmer mit künstlichen Spinnweben zu dekorieren oder am 31. Oktober als Zombie durch die Gegend zu laufen.

Trotzdem hat sich der Tag auch bei uns seinen Platz erobert.

Für Kinder bedeutet er Verkleiden und Süßigkeiten, für Erwachsene vielleicht eine Party oder einen Filmabend. Und vor vielen Haustüren leuchtet wenigstens ein Kürbis in die Dunkelheit.

Aus einem Brauch, den viele früher nur aus amerikanischen Filmen kannten, ist längst ein Stück Oktober geworden.

Und wer am 31. Oktober seine komplette Schüssel Süßigkeiten selbst aufisst, sollte zumindest hoffen, dass es an diesem Abend nicht mehr klingelt.

Jens 1. Oktober 2026, 10:00 17 0 Kommentare Drucken

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