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Kürbiszeit

Kürbiszeit
Im Oktober kommt man an ihm kaum vorbei. Er liegt vor Haustüren, stapelt sich auf Wochenmärkten und taucht plötzlich in den Gemüseabteilungen der Supermärkte in allen möglichen Formen und Farben auf. Spätestens wenn vor den ersten Häusern orangefarbene Exemplare mit ausgeschnittenen Gesichtern stehen, ist klar: Der Kürbis hat wieder Saison. (Bild: KI-generierte Illustration)


Dabei wäre es ziemlich ungerecht, ihn nur auf Kürbissuppe und Halloween-Dekoration zu reduzieren. Denn rund um das Herbstgemüse hat sich in den vergangenen Jahren einiges entwickelt. Manche Trends sind richtig lecker, andere zumindest interessant – und bei einigen darf man sich durchaus fragen, ob wirklich alles im Oktober nach Kürbis schmecken muss.

Von klein und rund bis ziemlich beeindruckend

Kürbis ist nicht gleich Kürbis.

Da gibt es den bekannten Hokkaido, den länglichen Butternut oder den klassischen großen Kürbis, der sich besonders gut zum Schnitzen eignet. Daneben existieren unzählige weitere Sorten, von denen manche so ungewöhnlich aussehen, dass man sie eher als Dekoration denn als Lebensmittel vermuten würde.

Genau das macht Kürbisse im Herbst so beliebt. Sie sehen einfach nach Oktober aus.

Ein Korb mit Äpfeln daneben, ein paar bunte Blätter dazu – und schon könnte das Ganze direkt aus einem Herbstkatalog stammen.

Die Suppe ist nur der Anfang

Bei Kürbis denken viele zuerst an Suppe.

Die darf natürlich bleiben. Gerade wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, passt eine heiße Kürbissuppe ziemlich gut zur Jahreszeit.

Aber das Gemüse kann deutlich mehr.

Kürbis lässt sich im Ofen backen, zu Pasta verarbeiten oder als Beilage servieren. Er landet auf Flammkuchen und manchmal sogar auf Pizza. Auch Kürbisbrot und Kuchen sind längst keine ungewöhnlichen Ideen mehr.

Wer im Oktober nach Rezepten sucht, könnte jedenfalls problemlos mehrere Wochen lang Kürbis essen, ohne zweimal dasselbe Gericht auf den Tisch zu stellen.

Ob man das möchte, ist eine andere Frage.

Plötzlich muss alles Pumpkin Spice sein

Noch einen Schritt weiter geht ein Trend, der vor allem aus den USA zu uns gekommen ist: Pumpkin Spice.

Dabei geht es interessanterweise gar nicht unbedingt um Kürbis. Die typische Gewürzmischung besteht meist aus Aromen wie Zimt, Muskat, Ingwer oder Nelken und erinnert damit vor allem an herbstliches Gebäck.

Besonders bekannt wurde der Pumpkin Spice Latte. Inzwischen findet man den Geschmack aber an immer mehr Stellen.

Kaffee, Kekse, Müsli, Sirup oder Duftkerzen – sobald der September vorbei ist, scheint kaum noch etwas sicher zu sein.

Der Herbst hat offenbar seinen eigenen Geschmack bekommen.

Warum schnitzen wir eigentlich Gesichter hinein?

Ende Oktober bekommt der Kürbis noch eine zweite Karriere.

Dann wird er ausgehöhlt, bekommt Augen, Nase und einen möglichst gruseligen Mund. Eine Kerze hinein – fertig ist die Halloween-Dekoration.

Die Tradition der leuchtenden Fratzen hat ihre Wurzeln in irischen Bräuchen. Ursprünglich wurden dort allerdings unter anderem Rüben ausgehöhlt. Mit irischen Einwanderern gelangte der Brauch nach Nordamerika, wo Kürbisse leichter verfügbar waren und sich hervorragend bearbeiten ließen.

Heute gehört der geschnitzte Kürbis zu Halloween wie der Weihnachtsbaum zu Weihnachten.

Und jedes Jahr stellt sich nach dem Schnitzen dieselbe Frage:

Warum sieht das Gesicht auf der Vorlage eigentlich immer besser aus als das eigene?

Auch vor der Haustür macht er sich gut

Nicht jeder Kürbis muss gegessen oder ausgehöhlt werden.

Zierkürbisse gehören inzwischen fest zur herbstlichen Dekoration. Zusammen mit Heide, Laternen oder buntem Laub sorgen sie vor vielen Haustüren für Farbe.

Dabei hält sich die Dekoration erstaunlich lange.

Zumindest so lange, bis der Kürbis irgendwann beschließt, seine Konsistenz grundlegend zu verändern.

Dann sollte man sich besser von ihm verabschieden.

Vom Gemüse zum Herbstsymbol

Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Kürbis im Oktober so präsent ist.

Er passt gleichzeitig in die Küche, vor die Haustür und zu Halloween. Er steht für Erntezeit und gemütliches Herbstessen, kann aber wenige Tage später mit einem gruseligen Gesicht im Dunkeln leuchten.

Kaum ein anderes Gemüse hat eine vergleichbare Karriere hingelegt.

Fazit: Mehr als nur Suppe

Man muss nicht jeden Kürbistrend mitmachen. Und selbstverständlich darf ein Kaffee auch im Oktober einfach nur nach Kaffee schmecken.

Trotzdem gehört der Kürbis inzwischen fest zu dieser Jahreszeit.

Als Suppe auf dem Tisch, als Dekoration vor der Haustür oder Ende des Monats mit schief ausgeschnittenem Grinsen und Kerze im Bauch.

Vielleicht ist er deshalb so etwas wie das heimliche Maskottchen des Oktobers geworden.

Und im Gegensatz zum bunten Herbstlaub muss man ihn nicht einmal jeden zweiten Tag zusammenkehren.

Jens 1. Oktober 2026, 10:00 25 0 Kommentare Drucken

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